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„Aufgeblüht“ @Rotes Haus

Freitag 30.Juli - Sonntag 1.August

Mit einem Fotokunstprojekt laden zwei Künstlerinnen dazu ein, ins Zweifeln zu geraten und Annahmen über das Älterwerden zu hinterfragen.

„Unsere Arbeit hat einen vergänglichen und einen lebendigen Aspekt. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns.“ Jule Kühn & Susanne Lencinas

„Es geht um den Moment der Begegnung, der beflügelt und trägt“, bringen Jule Kühn und Susanne Lencinas ihre künstlerische Idee auf den Punkt. Was so leicht daherkommt, bricht mit Tabus in unserer Gesellschaft auf eine sehr sinnliche und zurückhaltende, aber dennoch umfassend brachiale Weise.

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, realisieren die beiden Künstlerinnen ein Fotokunstprojekt mit älteren, grösstenteils
dementiell erkrankten Menschen, das bislang einzigartig ist. Ihrer Begegnung mit ihren Modellen haftet etwas ganz Besonderes an: Das Fotoshooting beginnt nicht erst mit dem ersten Klick des Kameraauslösers und endet etwa mit dem fertigen Foto. Es resultiert eher aus dem Verständnis eines „erweiterten Kunstbegriffs“, der die Kunst nicht allein auf ein abgeschlossenes Werk reduziert.

Was Jule Kühn und Susanne Lencinas neben ihrer Fototasche und den Blitzlichtern mitbringen, wenn sie behutsam und mit Bedacht in die Privatsphäre ihrer Modelle vorstoßen, ist vor allem eins: das Bewusstsein für die Ganzheitlichkeit jedes Menschen. Und auf was sie dabei jedes Mal wieder und wieder treffen, ist der
Zauber, dem jede erste achtsame Begegnung innewohnt.

Miriam Milewski von der Akademie für Ältere in Heidelberg, einem der Träger des Projekts, drückt es so aus: „Dieser Prozess des einander Annäherns, des vorsichtigen Herantastens zwischen Künstlerinnen und Modell ist wie eine Kraftquelle für den älteren Menschen. Denn er bricht die gesellschaftlich konnotierte
soziale Gruppentrennung auf.“ Das wirkt dann wie ein seelisches Medikament für schlechte Momente. „Es ist dasselbe wie mit dem Verliebtsein, so Miriam Milewski, „und dieses Gefühl bleibt unvergessen.“

Für jeden gilt die konsequent fortschreitende Formel des Lebens: Je älter umso abhängiger und umso größer der Verlust aktiver Selbstbestimmung.

„Aufgeblüht“ steht für eine partizipative Zeit einer sich gegenseitig inspirierenden künstlerischen Arbeit und erzählt davon, dass die Beschränkungen des Alters keine Rolle mehr spielen – wie beispielsweise die Demenzerkrankung in ihren unterschiedlichen Stadien des Fortschreitens. Sie lösen sich im Licht des Betrachters auf. Davon sind die Fotos ein nachhaltiger, authentischer Beweis. Es gibt keine Verhaltensregeln oder ästhetische Vorgaben. Wenn die Zeit still zu
stehen scheint, nicht getaktet ist im Kreislauf von Pflege und Versorgung, wenn Freiräume geschaffen sind, zählt für die Künstlerinnen und ihr Modell nur eins: die Freiheit des Seins, die Persönlichkeit. Dann geschieht etwas, was uns Digital Natives, noch dazu in C-Zeiten, eigentlich und wahrhaftig nicht mehr gelingt: eine
kulturelle Teilhabe zwischen den Generationen.

Die Kunst des Augenblicks oder „sag‘ es durch die Blume“

Kaum ein anderes Sujet vermag dabei die Stadien des Lebenskreislaufes besser zu versinnbildlichen als die Blume mit ihren sozialen Codes. Die Blüte ist verschwenderisch schön. Ihre kurze, farbenprächtige und geruchsintensive Blütezeit antizipiert schon die Ahnung des Verfalls. Sie ist da, weckt ein Gefühl der Nostalgie, ist fragil, emotionsgeladen. Schwelgerischer Genuss. Gerade der fotografische Blick offenbart das. Er konfrontiert uns aber auch mit grundlegenden Fragen des Lebens.

Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung notwendig.
Die Veranstaltungen sind grundsätzlich kostenfrei. Vor Ort gibt es einen “Hut” in dem ihr eure Spende für die Künstler hinterlassen könnt.

Details

Beginn:
Freitag 30.Juli
Ende:
Sonntag 1.August
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstalter

Neckarorte e.V.
Veranstalter-Website anzeigen

Veranstaltungsort

Das Rote Haus
Uferstraße - Westlich der Ernst-Walz-Brücke
Heidelberg,
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