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RNZ: Zukunftspläne für Heidelbergs Neckarufer: Am liebsten einfach mehr Platz

Erste Ergebnisse der Altstädter „Neckarorte“: Wunsch nach mehr Wegen und Stegen am und im Fluss

/ via RNZ /

Von Micha Hörnle

Die erste Aktion von „Neckarorte“, einer Neuauflage von „Stadt am Fluss“, vor zwei Wochen, lieferte schon einige erste Resultate: Nach zweieinhalb Tagen eifrigen Ideensammelns bekommt man nun einen ersten Eindruck von dem, was viele Bürger gern am Altstädter Ufer hätten. Auf einen Nenner gebracht, heißt das: mehr Platz, mehr Pflege und eine bessere Zugänglichkeit.

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Den Platz am Neckarlauer könnte man mit schwimmenden Pontons schaffen, „mehr Stege und Wege“ nennt das Jan van der Velden-Volkmann von der Architektenkammer. Zumal sich um das schmale Trottoir am Neckarstaden Fußgänger und Radfahrer balgen. Den Architekten fiel auf, dass es an sich doch ganz lauschige Orte zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Karlstor-Wehrsteg gibt. Da ragt beispielsweise die „Bastion“, direkt gegenüber vom Neckarmünzplatz wie ein Balkon in den Fluss. Die vielen Bustouristen, die dort ankommen, gehen da gerne hin – dabei gibt es dort keinen direkten Fußgängerüberweg, und die kleine Anlage mit Bänken und Bäumen wirkt meist ziemlich ungepflegt. Auch an der Alten Brücke findet sich ein kleiner Ufervorsprung, direkt an der Solarbootanlegestelle. Aber auch dort: völlige Tristesse, manchmal stehen dort immerhin Palmen. Oder der Neckarlauer, der manchmal zugeparkt ist – und vor dessen Betreten sogar extra ein Schild warnt.

Architekt Jens Wodzak meint: „Es ist doch jetzt schon unglaublich viel da, es gibt so viele Orte zu entdecken, die erstaunlich wenig gepflegt sind, dafür, dass sie so stark genutzt werden.“ Van der Velden-Volkmann plädiert dafür, diese ganzen Orte zu verbinden – beispielsweise mit „schwimmenden Wegen“ wie am Zürcher Limmatufer – und behutsam hübscher zu machen. Aber schon jetzt weiß man, dass das schwierig wird: „Das ist ein hochkomplexes Genehmigungsverfahren“, weiß Wodzak, „denn das ist Überflutungsfläche, in der eigentlich nichts verändert werden soll.“

Der Gesamtkoordinator der „Neckarorte“, der Architekt Dirk Rulffes, will nicht schwarz malen: „Oft heißt es am Anfang, dass es nicht geht – und es geht dann doch.“ Immerhin wurden die „Neckarorte“-Betonhocker am Ufer am Ende doch genehmigt, die Bänke und Holzpodeste mussten aber wieder abgebaut werden.

Für ein Problem hat man aber noch keine durchschlagende Lösung gefunden: die enorme Trennungswirkung der Bundesstraße. Wodzak kann sich vorstellen, sie teilweise zu pflastern, um so sanft zum Ufer überzuleiten, aber er sagt auch: „Das ist rechtlich ganz schwierig“, denn der Bund neigt nicht dazu, seine Straßen zu Erlebnisflächen zu machen. Dennoch könnte man ohne Probleme, so Wodzak, die teilweise bewachsene Böschung zwischen Neckarstaden und dem „Weiße Flotte“-Anleger durch Stufen ersetzen: Dann würden sich die Flaneure dort niederlassen – sich vorher ein Bier am Kiosk kaufen – und auf den Fluss schauen. Am Neckarlauer selbst müsste dann nichts mehr groß geschehen.

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